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Geniale Musiker mit viel Gefühl
Konzertbesprechung Osterode 6.4.08 aus dem Harz Kurier vom 08.04.08
Heinz Rudolf Kunze und Purple Schulz begeistern
Osterode. Musik ist kein Beruf sondern eine Leidenschaft. Das wurde deutlich, wenn man Heinz Rudolf Kunze und Purple Schulz zusammen erlebt hat. Am vergangenen Sonntag traten die beiden Künstler in der Osteroder Stadthalle auf und begeisterten das Publikum.
Gemeinsam mit Wolfgang Stute, dem Gitarristen und Percussionisten und Josef Piek, dem Sänger und Gitarristen präsentierten sie ihre alten und neuen Hits. Vor einiger Zeit überlegte sich Purple Schulz ein Projekt, bei dem er mit verschiedenen Musikern quasi ungeprobt „Gemeinsame Sache" machte. Und so entstand die musikalische Runde. Auch Heinz Rudolf Kunze gefiel diese Idee. Das vielseitige Repertoire beinhaltete alles von gefühlvollen Balladen bis hin zu witzigen Parodien. „...und ich wollte noch Aufschnitt nehmen.", gekleidet wie Xavier Naidoo brachte Purple Schulz die Zuschauer mit seiner Interpretation des Songs „Und ich wollte noch Abschied nehmen" zum Lachen.
Er besang damit einen Mann, der statt seiner Lieblingsmetzgerei nur noch einen Bioladen vorfand und nun verzweifelt nach Wurst sucht. Mit vielen weiteren lustigen Sprüchen und Einlagen lockerten Heinz Rudolf Kunze und Purple Schulz die Stimmung auf.
Der Abend führte die Besucher durch die langjährige Schaffensperiode mit ihren zahlreichen Facetten, die auch durch die gesellschaftspolitischen Ereignisse der vergangenen Jahre geprägt waren. Durch spontane Einlagen und Improvisationen auf den Instrumenten bewiesen die Künstler ihre Genialität und ihr Gefühl für die Stimmung der Fans.
„Marlowe, Ich fleh sie an, finden sie Mabel", ist eines der bekanntesten Stücke von Heinz Rudolf Kunze und brachte die gutbesuchte Stadthalle dann endgültig zum Beben.
Immer wieder geriet das Publikum ins Schwärmen und schwelgte in Erinnerungen der achtziger Jahre. Eine halbe Stunde Standing Ovations und zahlreiche Zugaben, wie Purple Schulz großer Hit „Kleine Seen" sind der Beweis für einen tollen Abend.
Die Fans wollten ihre Stars gar nicht mehr von der Bühne lassen und nutzten im Anschluss an die Veranstaltung die Chance auf ein Autogramm ihrer Idole. Dieser gelungene Abend wird wohl noch so manchem Zuschauer länger in Erinnerung bleiben.
Katharina Blum
Tiefes Gefühl, rotzfreche Persiflage
Erschienen am 18.03.2008 in der Tageszeitung „Freies Wort" über das Konzert am 15.3.08 im „Erlebnisbergwerk Merkers"
Heinz Rudolf Kunze und Purple Schulz in 500 Meter Tiefe „Gemeinsame Sache"
Merkers – Wieder einmal ausverkauft war das Konzert im „Erlebnis Bergwerk" Merkers. Die, die dabei waren, werden diesen Abend in bester Erinnerung behalten. Purple Schulz und Heinz Rudolf Kunze machten „Gemeinsame Sache". Das ist auch der Titel ihrer aktuellen Tour.
Geht das überhaupt zusammen?, dachten sich viele Besucher im Vorfeld mit Sicherheit. Auf der einen Seite der Intellektuelle, der Poet Kunze, auf der anderen Seite der Sänger, der von den meisten durch seinen Hit „Verliebte Jungs" in einer völlig anderen musikalischen Schublade abgelegt wurde. Und wie das ging! Purple Schulz entpuppte sich von Anfang an als überaus charmanter, extrovertierter Künstler mit reichlich Wortwitz und viel Lust an verbalen Frotzeleien. Auf ein musikalisches Minimum reduziert, interpretierte Schulz seine Band-Hits mit Inbrunst und viel Gefühl, ohne dabei in lästiges Pathos zu verfallen. Unterstützt wurde er von seinem langjährigen musikalischen Wegbegleiter Josef Piek. Mit ihm hat Schulz einen Sänger und exzellenten Gitarristen, der sein überragendes Können im Verlauf des Konzertes immer wieder unter Beweis stellen durfte.
Gleich zu Anfang verschwand Schulz kurz unter dem Vorwand, nach jemandem hinter der Bühne zu suchen, um im nächsten Augenblick im perfekten Xavier-Naidoo-Outfit und ebenso perfekt imitierter Gestik und Mimik wiederzukommen. Nachdem sich die ersten Zweifel der Zuhörer, wer das da oben ist, gelegt hatten, sang Schulz auf Naidoos Melodie „Und ich wollte noch Abschied nehmen" mit „Und ich wollte nur Aufschnitt nehmen" einen Text, den so wohl keiner erwartet hätte. Da stand also ein armer Schlucker mit Stoffbeutel auf der Bühne, der davon sang, wie entsetzt er war, als er statt seiner geliebten Metzgerei nun plötzlich einen Bio-Laden vorfand – rotzfrech, aber köstlich. Gleich danach „Sehnsucht", so intensiv interpretiert, dass die Trostlosigkeit und Perspektivlosigkeit eines Lebens ohne Liebe regelrecht spürbar wurde.
Dann gesellten sich zu Schulz und Piek Kunze und Partner Wolfgang Stute und machten von nun an „Gemeinsame Sache". Schon die Begrüßung zeigte, dass da vier Freunde auf der Bühne standen, die die auf beiden Seiten zu findende musikalische Genialität immer wieder in humorvoll formulierter Lobhudelei bekundeten. Kunze hatte in seinem Repertoire fast ausnahmslos Lieder, die perfekt für die instrumentale Besetzung passten. Er selbst sagte, dass sein Programm eigentlich sehr puristisch und ohne Gassenhauer ablaufen sollte, aber auf Betreiben der anderen drei dann doch wenigstens „Marlowe" brachte. Das Publikum dankte mit Beifallsstürmen. Ansonsten waren es „düstere" Lieder, die Kunze bot. „Ultimatum" oder „Naherholungsgebiet" waren textlich doch starker Tobak. Lieder, für die man eigentlich Minuten braucht, um sie voll inhaltlich erfassen und verarbeiten zu können. Aber Kunze half allen schnell, mit dem Liebeslied „Geh mir nah" aus dem emotionalen Tief herauszukommen. Finster, schwarz, aber köstlich: „Es geht zu Ende mit dir, der Geier kennt schon sein Revier", eine Hommage an Johnny Cash.
Im Verlauf des Abends wechselten sich Schulz und Kunze immer wieder mit ihren Liedern ab. Dabei glänzten Piek mit sensationellen Soloeinlagen auf der Gitarre und Stute auf dem Cajon. Im Zugabeteil war sich Schulz nicht zu schade, sich selbst zu verballhornen. Unmerklich und urplötzlich wurde aus seinem „Kleine Seen" „Tränen lügen nicht" – und das Publikum machte den Spaß begeistert mit.
Längst schon hielt es keinen mehr auf den Plätzen, der Vorbereich der Bühne war gestürmt und mit dem Who-Hit „I want get fool again" endete ein großartiger Konzertabend in 500 Meter Tiefe. Silke Happ vom „Erlebnis Bergwerk" hatte bei der Auswahl der Künstler wieder einmal ein glückliches Händchen bewiesen. don
Pressebericht GEMEINSAME SACHE in Nürnberg, 18.01.08
Stimmstarkes Doppel
Heinz Rudolf Kunze und Purple Schulz in Nürnberg
Heinz Rudolf Kunze hat es endlich geschafft – vom Rockclub auf die Kleinkunstbühne. Im bestens gefüllten Karstadt-Kultur-Café in Nürnberg gastierte er zusammen mit seinem Kollegen Purple Schulz.
«Ich grüße all die tapferen Leute, die bei meinen Konzerten im Hirsch dabei waren», ruft Kunze den Fans zu, «aber irgendwie ist es doch schöner, in einem zivilisierten Rahmen zu musizieren.»
Egal, ob das nun ironisch oder ernst gemeint war: der abgespeckte, locker-luftige Rahmen dieser Unplugged-Deutschrock-Revue tut den zwei Herren und ihren Songs hörbar gut. Beide sind mit ihren langjährigen Begleitern angereist: Purple Schulz, dünn und quirlig wie eh und je, eröffnet den Abend am E- Piano, unterstützt von Gitarrist Josef Piek, Freund und Partner seit den 70er Jahren.
Mit der frechen Unbedarftheit eines Harlekins balanciert er auf dem schmalen Grad zwischen Schlager und Pop, Tiefsinn und Blödsinn, Banalem und Gewitztem. Da reißt er erst als absurde Xavier-Naidoo-Parodie das Publikum zu Lachsalven hin, um dann mit seinem unsterblichen Hit «Sehnsucht» ein tiefes Loch in die noch kicherwarmen Herzen zu bohren: «Warum hast du mich geboren? Bevor ich da war, war ich schon verloren» – das markerschütternde «Ich will hier raus!» lässt noch immer die Luft gefrieren. Doch schon folgt ein harmloses Liedchen für die Maus aus der Kindersendung. Herr Kunze und dessen Perkussionist und Gitarrist Wolfgang Stute gesellen sich dazu, worauf auch gleich aufs hinterfotzigste gescherzt und gefrotzelt wird, dass sich die Balken biegen.
Damit ist erstmal Schluss, als Heinz Rudolf und Partner den zweiten Teil des Abends allein beginnen. Kunze ist nicht nur körperlich das perfekte Gegenstück zu Schulz: Der Mann fürs Schwere, Kantige. «Am schönsten wär's, wenn niemand weiß, woran man mit mir war», singt er, um im Lauf des Abends dann die breite Palette seiner musikalischen Persönlichkeiten zu präsentieren: Der verschroben-intellektuelle Poet mit dylanesken Versgranaten, der Mahner des sozialen Gewissens, der ätzende Sarkast, der nostalgische Rocker.
Als die Herrenrunde, inzwischen wieder zum Quartett angewachsen, mit dem unwiderstehlichen Kunze-Hit «Finden Sie Mabel» auf die Zielgerade einbiegt, kennt die Stimmung im Publikum kein Halten mehr. Bei soviel ungezwungener Musizierlust stört es dann auch nicht groß, dass die rebellische Attitüde des abschließenden The-Who-Krachers «Won't Get Fooled Again» dem Dichter nicht so gut steht, wie dieser vielleicht glaubt.
PETER GRUNER 21.1.2008"
Presse zu GEMEINSAME SACHE in Hoyerswerda, Sächsische Zeitung vom 21.01.08
Schulz und Kunze begeistern gemeinsam
Von Silke Richter
Purple Schulz und Heinz Rudolf Kunze traten am Samstag vor etwa 700 Besuchern auf.
Hoyerswerda. Ein Höhepunkt des diesjährigen Veranstaltungskalenders der KulturFabrik war am Sonnabend das Konzert von Purple Schulz und Heinz Rudolf Kunze. Denn die beiden Musiker machten in der Stadt an der Elster „gemeinsame Sache" auf der Bühne.
Ort des Geschehens war jedoch nicht der Saal der KulturFabrik. Denn wegen der großen Resonanz beim Vorverkauf wurde die Veranstaltung in den Saal der Sparkasse am Schloss verlegt. Da nahm so mancher Besucher auch gern einen Stehplatz in Kauf, um das musikalische Duo und dessen Verstärkung mit Wolfgang Stute und Josef Piek in Hoyerswerda erleben zu können. Purple Schulz verstand es, das Publikum von der ersten Minute an zu begeistern und mitzureißen. Die Besucher ließen sich nicht lange bitten und stimmten begeistert in die bekannten Songs aus den 80er Jahren mit ein. Etwas Verwunderung machte sich dann breit, als Schulz im Xavier-Naidoo-Outfit auf die Bühne trat und die Melodie des Liedes „Ich wollte nur Abschied nehmen" für eigene sprachliche Gedankensprünge „missbrauchte". Hintergrund des Textes war ein armes Schwein, das statt eines Fleischerladens nur noch einen Biomarkt vorfindet. „Ich wollte noch Aufschnitt nehmen", sang Purple Schulz unter jubelnden Zurufen. Eine schräge Nummer, aber dem Publikum gefiel sie sichtlich.
Von den Verwandlungskünsten des Musikers konnten sich die Besucher wenig später beim Lied „Ich hab' Heimweh" überzeugen. Fast schien es, als wenn Purple Schulz alles um sich herum vergaß, wie in Trance mit dem Song eins wurde und ausdrucksstark Melancholie und Depression verinnerlichte. Bis zum tobenden Applaus vergingen ein paar Sekunden, denn das Lied wirkte beim Publikum eindrucksvoll nach.
Treffsichere Satire
Die musikalische Atmosphäre von Begeisterung, Nachdenklichkeit und Liedern, die die Seele berühren, hielt auch an, als Heinz Rudolf Kunze die Bühne betrat. Der Sprachkünstler, Literat und Musiker enttäuschte die Erwartungen des Publikums nicht. Im Mittelpunkt des zweiten Konzertteils standen solistische Kompositionen. In einem Wechselspiel von treffsicherer Satire und gewandter Sprachakrobatik zelebrierte der Künstler einen besonderen Auftritt.
Pressebericht zur GEMEINSAMEN SACHE MIT KUNZE in Lingen aus der Osnabrücker Zeitung vom 20.12.0
Lieder voller Kraft und Poesie
Von Rudolf Kruse
Lingen.
Heinz Rudolf Kunze & Purple Schulz? Eigentlich müsste es "Schulz und Kunze" heißen, denn im Wesentlichen führt Purple Schulz im Lingener Theater auf eine wunderbar-charmante Art durch den Abend.
Purple Schulz erläuterte, dass er seit 2004 eine eigene Kleinkunstreihe im Kölner "Theater im Bauturm" organisiert. In der ersten Hälfte spielte Purple aus seinem Repertoire.
In der zweiten Hälfte kommt ein musikalischer Gast auf die Bühne, und man musiziert zusammen. Aus einer Begegnung mit Heinz Rudolf Kunze entstand die Idee, dass man auf Tournee durch ganz Deutschland ziehen will.
Die Idee kommt an, und besonders der erste Teil des Konzertes weiß zu begeistern. Das Konzert beginnt mit Gänsehautliedern des Duos Purple Schulz und Josef Piek. Purple Schulz ist nicht nur Sänger, er ist Musiker, Moderator, Entertainer und Komödiant zu gleich. Begleitet von seinem nicht minder beeindruckenden Gitarristen Josef Piek, spielen, nein besser zelebrieren sie auch bekannte Hits wie "Sehnsucht" in einer so weniger bekannten Version.
"Unplugged" mit wenig Technik stellen die Vollblutmusiker ihr außergewöhnliches Können unter Beweis. Dem Zuhörer kriechen "eine Million Ameisen" über die Haut, und es ist nicht zu begreifen, warum Schulz und Piek nicht auf der Erfolgswelle eines Herbert Grönnemeyer mitschwimmen können. Verdient hätte es ihre Musik allemal.
Im Verlauf des Abends wird aus dem Duo ein Quartett. Hinzu kommen Kunze und sein musikalischer Weggefährte Wolfgang Stute. Das Zusammenspiel ist beeindruckend, und der Zuhörer staunt über die Fertig- und Fähigkeiten aller Musiker.
Kunze übernimmt die Moderation, was gelingt, da Purple Schulz sich auch zurücknehmen kann. Es sind nicht seine bekannten Hits, die Kunze spielt. Es ist eine musikalische Reise in seine, Kunzes, Vergangenheit. Die Stimmung verändert sich. Die Lieder stimmen nachdenklich und fordern die ganze Aufmerksamkeit des Publikums. Dieses zeigt auch der im Gegensatz zum Beginn des Konzertes nunmehr verhaltene Applaus. Dankbar ist der Zuhörer für die instrumentalen Pausen, die dann allerdings von drei Gitarren und einem Keyboard entweder als Solo oder im Zusammenspiel das Auditorium ins Schwärmen bringen. Mehrere Zugaben zeigen, dass die vier Musiker selbst den meisten Spaß an der Musik haben...
Eindringliche Songs und erfrischender Humor
Purple Schulz und Heinz Rudolf Kunze bieten in der Stadthalle Minden puren Genuss ohne technische Schnörkeleien
Minden (mt). Für Heinz Rudolf Kunze ist es eine Art "Heimspiel", für Purple Schulz die Entdeckung der ostwestfälischen Provinz, für das Publikum in der Stadthalle der pure Genuss: Das Konzert der deutschen Pop-Größen am Samstagabend ist so unkonventionell wie authentisch.
Von Michaela Berbalk
Fotos: M. Berbalk
Jeder spielt die Songs des Anderen, ohne zahlreiche Proben und die Routine einer eingespielten Band im Hintergrund erleben die Evergreens aus den 80-igern eine einzigartige frische Version.
Und die Fans in der gut gefüllten Mindener Stadthalle nehmen es Purple Schulz überhaupt nicht übel, wenn er meint "Minden, das liegt doch am A.... der Welt" oder über Espelkamp, die Heimatstadt Kunzes sagt: "Ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt".
Hits wie "Nur mit Dir", "Kinderleicht", "Dumm und reich" scheinen kein Verfallsdatum zu haben, so zeitlos schön und eindringlich bringen Purple Schulz und Josef Piek die Emotionen zum Klingen, ohne kitschig zu wirken.
In vielen Fassungen ist "Sehnsucht", jener Titel, der ihr größter Erfolg wurde, bereits aufgenommen worden. Doch mit der Reduzierung auf Gitarre und Gesang gewinnt die Ballade eine so große Intensität, dass die Fans mit Gänsehautgefühlen auf ihren Sitzplätzen verharren. Das ist einfach Purple pur.
Schulz und Piek bieten jedoch keinen durchweg gefühlsüberladenen Abend als Hommage auf die 80er-Jahre. Verschmitzt werfen sie sich gegenseitig humoristische Bälle zu und zeigen Entertainer-Qualitäten. Purple gibt den Grönemeyer, mogelt in seinen Song "Kleine Seen" plötzlich Michael Holms Refrain "Tränen lügen nicht" hinein und läuft mit Sweatshirt und weißer Mütze als Xavier-Naidoo-Double zu komödiantischer Höchstform auf.
Als Heinz Rudolf Kunze und Musiker-Kollege Wolfgang Stute sich in die Runde gesellen, gibt es für das Publikum kein Halten. Sie feiern diese fantastischen Vier, die keinen technischen Schnickschnack und dramatische Show-Effekte brauchen. Durch grandiose Soli, erfrischenden Humor und handgemachte Musik sind sie nie besser als jetzt.
Kunze, der Popliteratur und Meister der kritischen Töne, hat "Die Wahrheit vom letzten Hemd", "Gib´ mir Nähe", "Aller Herren Länder" im Gepäck. Er plaudert über Stücke, die seine Band noch nie live präsentiert hat, und über seine für Hermann van Veen geschriebenen Titel, die er doch eigentlich total gerne selbst gespielt hätte.
Bei Evergreens wie "Finden Sie Mabel" und "Wenn Du nicht wiederkommst" gibt es wahre Begeisterungsstürme. Und wenn Kunze die dritte Strophe" von Schulzes "Kleine Seen" verwechselt, und beide kurzerhand improvisieren, dann kriegen die Zuhörer nicht genug. Purple Schulz, Josef Piek, Heinz Rudolf Kunze und Wolfgang Stute lassen sich nicht lange bitten. Auch nach zwei Zugaben-Blöcken fordert das ostwestfälische Publikum lauthals nach Mehr.
Das Musik-Projekt mit dem Titel "Gemeinsame Sache" wird innerhalb von drei Stunden zum gelungenen Selbstläufer. Zeigt es doch vier Künstler, die authentisch sind und nach vielen Jahren im Musikgeschäft den Kontakt zu ihren Fans nie verloren haben. Nach einer kurzen Verschnaufspause setzen sie sich am Schluss ins Foyer, unterhalten sich mit ihren Gästen - entspannt, unaufdringlich, einfach klasse.
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