DIE SINGLES VON 84-92 (1993)

DER KANAL

(Text & Musik: Purple Schulz)

 

Manche haben alles

andere haben keine Wahl

Wie der Typ da vorne

hockt immer am Kanal

Und er zählt die Schiffe

riecht nicht mehr wie`s stinkt

hockt und starrt auf`s Wasser

sis die Sonne sinkt

Er sieht den Kanal

und träumt vom Meer

sieht den Kanal

und träumt vom Meer

 

Eine kleine Möwe

fliegt ganz dicht vorbei

Er schaut ihr lange hinterher

er wäre gern so frei

Doch die Langeweile

kriecht den Nacken rauf

sie dringt durch alle Poren

und frißt die Seele auf

Er sieht den Kanal

und träumt vom Meer

sieht den Kanal

und träumt vom Meer

 

Salz in der Luft, Salz auf der Haut

Der Wind streicht ihm zärtlich durch’s Haar

Die Fenster geöffnet, die Türen sind auf

Und alles wie’s früher mal war

 

Er sieht den Kanal

und träumt vom Meer

sieht den Kanal

und träumt vom Meer


SCHÖNE LEUTE

(Text: Purple Schulz / Musik: J.Piek)

 

Wir bleiben wie wir sind und wissen

selbst was uns gefällt

Unser Haar hat Spannkraft, und wir

lieben diesen Duft der großen, weiten Welt

Wir leben unser Leben ganz spontan

Wir sind so fei

Und irgendeine Kippe oder irgendein Kaffee ist, 

wenn wir fröhlich sind, dabei

Komm bezahl und mach mit!

Guck mal!

Nur schöne Leute!

Wir haben heute die Hässlichen eingesperrt

Die will eh keiner haben

Nur schöne Knaben

und Mädels sind angesagt

Schon früh am Morgen sehen wir aus wie 

aus dem Ei gepellt

Wir haben den Erfolg gepachtet

Uns gehört die Zukunft, denn wir haben immer Geld

Und immer was für zwischendurch und

dann und wann

Wir brauchen keinen Sex, wir haben Einbauküchen, 

in die man sich auch verlieben kann

Komm und hol Dir das Glück!

Guck mal!

Nur schöne Leute!

Wir haben heute die Hässlichen eingesperrt

Die will eh keiner haben

Nur schöne Knaben

und Mädels sind angesagt

Und hast Du irgendwann mal so ein

komisches und leeres Gefühl

Dann fahr doch in die Stadt und

stürz dich mitten ins Gewühl

Guck mal!

Nur schöne Leute!

Wir haben heute die Hässlichen eingesperrt

Die will eh keiner haben

Nur schöne Knaben

und Mädels sind angesagt


ES TUT WEH

(Text: Purple Schulz / Musik: J.Piek)

 

Fühl mich erschlagen von dem Tag

der nicht mal angefangen hat

Das Frühstück steht da, wie verloren

Nichts angerührt und du bist durch die Tür

Spür die Träne im Gesicht

Lass es kommen, wehr mich nicht

In mir drin ist es so leer

Warum ist ein leerer Kopf so schwer?

 

Und der Traum, mit dir alt zu werden

scheint ausgeträumt

Schmilzt wie Butter in der Sonne

und der Tisch wird abgeräumt

 

Es tut weh

wie beim ersten Mal

Es tut weh

einfach jedesmal

Es tut weh

heut ein bischen mehr

weil ich weiß, alle Tränen der Welt

und Versprechungen, die man eh nicht hält

bringen dich nicht mehr her

 

Wir wollten alles und noch mehr

Doch dass es so zu Ende geht,

so ganz gewöhnlich, tut am meisten weh

Du stehst vor mir und fragst mich: Wie?

Wie heilt man Gefühlslegasthenie?

Ich weiß nicht mal wie man das schreibt

und sage nur:

Es tut mir leid

 

Und die Tür fällt ins Schloss 

und all die Jahre sind um

Das ging alles viel zu schnell

Ich weiß nicht mal genau warum

 

Es tut weh

wie beim ersten Mal

Es tut weh

einfach jedesmal

Es tut weh

heut ein bisschen mehr

weil ich weiß, alle Tränen der Welt

und Versprechungen, die man eh nicht hält

bringen dich nicht mehr her


(VIEL ZU WENIG) ZEIT

(Text & Musik: Purple Schulz)

 

OK, dann lass uns was die Zeit totschlagen

Wir bringen die Minuten um

Ganz langsam, ohne was zu sagen,

bauen wir uns ein Vakuum

Die ganze Welt besteht aus Töten

Nur wir, wir töten nur die Zeit

Wir schlagen alle Uhren tot und 

freuen uns auf die Ewigkeit

 

Zeit

'ne ganz schön harte Zeit

Viel zu hart um weich zu sein

Da zieht im Sommer und im Herbst

der Winter in die Herzen ein

Dann will ich einfach nur 

bei Dir sein

Doch seit du in meinem Leben bist

hab ich viel zu wenig Zeit für dich

 

Um mich herum stürzt alles ein

Ich räum die Trümmer weg

Hab mich an viel zu viel gewöhnt

selbst die Empörung ist Reflex

Wer denkt schon an die "Dritte Welt"

wenn er die Erste hat?

Lieber weg ins Versteck

Kiste an, Kasten Bier

Alles frisch, alles glatt

anstatt viel 

 

Zeit

zu sehen, was passiert, zu fühlen und verstehen

Die Zeit ist ganz schön strapaziert

weil die Momente ihr entgehen

Zum Beispiel der Moment, dich zu sehen

Denn seit du in meinem Leben bist

hab ich viel zu wenig Zeit für dich

Seit du in meinem Leben bist

hab ich viel zu wenig Zeit für dich


IMMER NUR LEBEN

(Text & Musik: Purple Schulz)

 

Immer nur leben, nur leben

Keinen einzigen Tag vergeben

Alles genießen, jeden Atemzug

und ganz genau zu wissen: 

es ist noch lange nicht genug

Immer nur leben, nur leben

Nicht oben, nicht unten, nur daneben

Nur ’ne Wiese und ’ne Flasche Wein

und du an meiner Seite 

wirst mein größter Luxus sein

Solang ich dich hab, hab ich noch Liebe

Solang ich dich noch hab, hab ich noch Mut

Werd dir den Horizont verschieben

Ich hab ja dich und das tut 

mehr als gut

Immer nur leben, nur leben

Sich dem Augenblick ergeben

Jeden Tag so, als ob’s der letzte wär

Wie die Falken frei am Himmel

Wie Delphine frei im Meer

Jede Sekunde wird zur Stunde

Jeder Tag zur Ewigkeit

Wenn Du bei mir bist

verschwindet selbst die Zeit

Spür nur Wind in meinen Haaren

und den Regen auf der Haut

Wenn Du bei mir bist

mir lächelnd in die Augen schaust

Immer nur leben, nur leben

Keinen einzigen Tag vergeben

Alles genießen, jeden Atemzug

und ganz genau zu wissen

es ist noch lange nicht genug

Und ganz genau zu wissen

es ist noch lange nicht genug


WAS IST PASSIERT?

(Text & Musik: Purple Schulz)

 

Rauf und runter bis dir schwindlig wird

Die Liebe ist ein Riesenrad und das läuft wie geschmiert

Bist Du einmal oben, 

geht es schon bergab

Es gibt Tage, die man besser schnell vergisst

Es gibt Menschen, die man jahrelang nicht sieht und nicht vermisst

Doch auf einmal sind sie da

Und nichts ist mehr wie es war

 

Was ist passiert?

Was hast Du gemacht?

Hab' mich nur ein Stück in Dein Leben gewagt

Jetzt reißt Du mich mit und ich kann mich nicht wehren

Was ist passiert?

Was hast Du gemacht?

Hab niemals den Sprung in's kalte Wasser gewagt

Du hast mich gestoßen, jetzt fang mich auch auf!

 

Irgendeiner sagte irgendwann

dass die Liebe Menschen Flügel gibt, doch ich glaub nicht recht daran

Ich fühl nur, wie ich falle 

und Du schaust mir dabei nur zu

 

Was ist passiert?

Was hast Du gemacht?

Hab' mich nur ein Stück in Dein Leben gewagt

Jetzt reißt Du mich mit und ich kann mich nicht wehren

Was ist passiert?

Was hast Du gemacht?

Hab niemals den Sprung in's kalte Wasser gewagt

Du hast mich gestoßen, jetzt fang mich auch auf!


SEHNSUCHT

(Text: Purple Schulz / Musik: Hagü Schmitz)

 

Regen fällt, kalter Wind

Himmel grau, Frau schlägt Kind

Keine Nerven und so allein

Das Paradies kann das nicht sein

Männer kommen müd' nach Haus

Die kalte Seele fliegt hinaus

Kind muß weinen, Kind muß schreien

Schreien macht müde, Kind schläft ein

Ich hab Heimweh

Fernweh

Sehnsucht

Ich weiß nicht, was es ist…

 

Keine Sterne in der Nacht

Kleines Kind ist aufgewacht

Kind fragt, wo die Sterne sind

Ach, was weiß denn ich, mein Kind…

Ist der große Schwefelmond

eigentlich von wem bewohnt?

Warum ist der Himmel leer?

Ist da oben keiner mehr?

Ich hab Sehnsucht…

Ich will nur weg

Ganz weit weg

Ich will raus!!!

 

Warum hast Du mich geboren?

Bevor ich da war, war ich schon verloren

Land der Henker – Niemandsland

Das Paradies ist abgebrannt

Ich hab Heimweh

Fernweh

Sehnsucht

Ich weiß nicht, was es ist…

Ich will nur weg

ganz weit weg

Ich will fort

ganz weit fort

Ich will raus!!!!


UNTER DER HAUT

(Text: Purple Schulz & D.Hoff / Musik: J.Piek)

 

Augen hinter schwarzem Glas

Haut in schwarzem Tuch, so blaß

Neonlicht statt Kerzen, Stahlbeton statt Samt

Tränen werden fortgewischt

Angstgefühle gibt es nicht

Trauer, Wut und Lachen hinter vorgehaltener Hand

Denn tief da innen drin

ist ein großes Labyrinth

und Du hast die Spur

fast schon verloren

 

Jeder heult zum eigenen Mond

lächelt nur noch wenn sich`s lohnt

weint ins eigene Kissen und schlägt alle Türen zu

Worte sagen auch nichts mehr

gehen nur noch hin und her

landen irgendwann mal in einem Tagebuch

das niemals jemand liest

weil man es immer gut verschließt

und es mit der Zeit einfach vergißt

Doch ich weiß genau

 

Unter der Haut sieht das alles anders 

ganz anders aus

Unter der Haut ruft doch alles: 

Komm doch und bleib noch und

fass mich an!

 

Leerer Blick im Steingesicht

Wir schauen uns an, doch sehen uns nicht

Sag mir, haben wir uns verloren oder nie gekannt?

Zeig mir eine Reaktion

Wenn Du lächelst reicht das schon

Hörst Du meine Stimme? Fühlst Du meine Hand?

Denn tief da innen drin

da, wo die Nacht am tiefsten ist

wo die Träume schlafen gehen

sieht es anders anders aus

 

Unter der Haut sieht das alles anders 

ganz anders aus

Unter der Haut ruft doch alles: 

Komm doch und bleib noch und

fass mich an!


DU HAST MIR GERADE NOCH GEFEHLT (ZUM GLÜCK)

(Text: Purple Schulz, J.Piek, Peter Richter / Musik: Purple Schulz, J.Piek)

 

Ein Fingerschnipp von dir genügt

und ich renn los, besorg die Kronjuwelen

Ich lande mit ’nem Fallschirm vor deinem Haus

Heut Nacht im Zoo lass ich für dich den Affen raus

Wenn Du willst, dann schlag ich alle meine Platten kurz und klein

Ich höre auf zu singen und steig beim Naabtal Duo ein

Komm mir in die Quere! Geh mir auf den Geist!

Zerreiß mein Lieblings-T-Shirt!

Hauptsache, du weißt …

Du hast mir gerade noch gefehlt zum Glück

gerade noch gefehlt zum Glück

 

Ich weiß ja, daß ich übertreib

doch glaub mir, du wirst in Champagner baden!

Dann rubbel ich Dich trocken mit Seide und Samt

Stell mich vor den Kaufhof mit dem Wachtturm in der Hand

Ich flieg mit Dir zum Mond und such für Dich die Ostereier

und wenn du willst, dann  ich sing ich diese Nummer so wie Grönemeyer

Komm mir in die Quere! Geh mir auf den Geist!

Zerreiß mein Lieblings-T-Shirt! Hauptsache, du weißt

Du hast mir grade noch gefehlt zum Glück

Womit hab ich dich bloß verdient

Gerade noch gefehlt zum Glück

Das ist fast schon ein Wunder

dass es sowas heut noch gibt

Sowas wie du, das hat mir

gerade noch gefehlt zum Glück

 

Was soll ich dir noch sagen, du verstehst mich ohnehin

Du kamst immer gerad’ von da, wohin ich gerade ging

Also komm mir in die Quere! Geh mir auf den Geist!

Zerreiß mein Lieblings-T-Shirt! 

Hauptsache, du weißt …

Du hast mir grade noch gefehlt zum Glück

Womit hab ich Dich bloß verdient?

Gerade noch gefehlt zum Glück

Das ist fast schon ein Wunder

dass es sowas heut’ noch gibt

Sowas wie Du, das hat mir gerade noch gefehlt zum Glück


BIS ANS ENDE DER WELT

(Text & Musik: Purple Schulz)

 

Das war ’ne lange Nacht

Das Geld versoffen und bankrott

Da hat es Bumm gemacht

Das war wie’n Tritt vom lieben Gott

Tief hinten rein

Auf einmal standst Du da

Ich dachte nur, das kann nicht sein

Wo kamst Du her?

Wer hat Dich bloß zu mir geschickt?

 

Hat Dir schon mal ein Mensch erzählt,

wie wunderschön Du bist, mein Kind?

Dass deine Augen Perlen und

dass deine Brüste Äpfel sind?

Wieso ist eine Frau wie du

um diese Zeit noch so allein?

Hast Du noch Geld, dann lad ich dich

auf ’ne Tasse Kaffee ein

 

Bis ans Ende der Welt, bis zum Mars oder Mond

und vielleicht auch noch weiter, wenn sich das lohnt

Ich bring Dich überall hin, ob Du willst oder nicht

Bis ans Ende der Welt, New York, Rio, Shanghai

Überall wo du hingehst, bin ich dabei

Diese Welt ist zwar groß, doch mich wirst Du nicht los

 

Ein Bierglas fliegt mir ins Gesicht, 

die Suppe läuft mir in den Schoß

Tropf, tropf, tropf...

Ich verlier das Gleichgewicht

und frag mich noch: Was ist hier los?

Das ist gemein!

Ist das der Dank für’s Freundlichsein?

Nein! Nein! Nein!

 

Die Karten liegen wirklich schlecht für die Gerechtigkeit der Welt

Wo kommen wir denn hin, wenn jede Frau bloß tut, was ihr gefällt?

Das hat man nun davon, alleine unter Frauen hat man`s schwer

Gerad` wenn man so sensibel ist

Doch so schnell gibt ein Mann nicht auf und ich ruf ihr hinterher:

 

Bis ans Ende der Welt, bis zum Mars oder Mond

und vielleicht auch noch weiter, wenn sich das lohnt

Ich bring Dich überall hin, ob Du willst oder nicht

Bis ans Ende der Welt, New York, Rio, Shanghai

Überall wo du hingehst, bin ich dabei

Diese Welt ist zwar groß, doch mich wirst Du nicht los