Kleine Seen

Vor 'nem halben Jahr kamst du durch diese Tür

und auf einmal war es da, das zärtliche Gefühl

Eine Ameisenarmee rannte über meine Haut

Deine Gesten und dein Lachen war'n mir irgendwie vertraut

Mal bist du mir ganz nah, mal bist du auf der Flucht

mal steh ich auf dem Berg, mal fall ich in die Schlucht

Ich hab dir so viel zu sagen, und wenn du dann vor mir stehst

find ich alles so daneben, doch ich hoffe du verstehst

 

Sie sind dir, meine Tränen

Alles was ich hab… Kleine Seen

Spring doch rein, du wirst sehen

das Wasser ist nicht tief, du kannst drin stehen

 

Manchmal nehm ich dich behutsam in den Arm

Es trifft mich, wenn du weinst und es freut mich, wenn du lachst

Doch ich will dich nicht besitzen, will dich nicht für mich allein

denn zur Liebe gehört Freiheit, und das ist es, was ich mein’

 

Sie sind dir, meine Tränen

Alles was ich hab… Kleine Seen

Spring doch rein, du wirst sehen

das Wasser ist nicht tief, du kannst drin stehen

 

Langsam ist es Zeit, ich glaub, ich hab die Kraft 

es anders zu versuchen, ich hab so viel falsch gemacht

Denn durch dich hab ich gemerkt, wieviel ich noch fühlen kann

und dann wollt ich dir noch sagen, dass ich auch was für dich hab

 

Sie sind dir, meine Tränen

Alles was ich hab… Kleine Seen

Spring doch rein, du wirst sehen

das Wasser ist nicht tief, du kannst drin stehen

 

(Musik: Ch. Moritz, H.-G. Schmitz / Text: D.Hoff)


Verliebte Jungs

Verliebte Jungs

tanzen auf den Straßen

reiben ihre Nasen an den Frauen, die sich das gefallen lassen

Verliebte Jungs

können es nicht lassen, diese Frauen manchmal anzufassen

Verliebte Jungs

tanzen auf den Straßen mit den Frauen, die sich das gefallen lassen

Verliebte Jungs

sind einfach nicht zu fassen

 

Auf einmal ist es da, fast sowas wie ein Hochgefühl

Das Blut pulsiert, das Herz macht bumm und dann wird ihnen schwül

Ein Kribbeln in den Beinen zieht sich rauf bis ins Genick

dann kriecht es noch was höher und im Hirn da macht es klick

 

Verliebte Jungs

tanzen auf den Straßen

reiben ihre Nasen an den Frauen, die sich das gefallen lassen

Verliebte Jungs

sind einfach nicht zu fassen

 

Und hat es erst mal klick gemacht, dann hält sie keiner auf

sie laufen vor Laternen, doch sie stehen wieder auf

Sinnlos sich zu wehren, niemand kommt dagegen an

Sie sprengen alle Ketten, gehen, wenn's sein muss, durch die Wand

Verliebte Jungs sind irgendwie wie Kinder

Je verliebter, je blinder

 

Verliebte Jungs

tanzen auf den Straßen

reiben ihre Nasen an den Frauen, die sich das gefallen lassen

Verliebte Jungs

können es nicht lassen, diese Frauen manchmal anzufassen

Verliebte Jungs

tanzen auf den Straßen mit den Frauen, die sich das gefallen lassen

Verliebte Jungs

sind einfach nicht zu fassen

 

(Musik: Purple Schulz, D. Hoff, J. Piek, / Text: Purple Schulz, D. Hoff, J. Piek)


Ohne mich

Mir egal, woher der Wind weht, wenn ihr wollt, fliegt doch mit!

Wenn ihr meint, dass bei mir irgendwas nicht richtig tickt

Wenn ihr nach all den Jahren noch immer nichts versteht

und meint, ihr seid die Achse, um die sich alles dreht

Dann dreht euch doch im Kreis, macht euch gegenseitig heiß

bis euch richtig schwindlig wird

Macht doch Euren Scheiß ohne mich!

Ohne mich!

 

Bin ich Euch zu radikal, ist es mir doch so egal

Wer raus will aus dem Glashaus, hat doch keine Wahl,

als mit Steinen zu werfen - ansonsten bleibt er drin

Ich will hier nicht versauern, nur weil ich gerade hier bin

Ich bin nicht irgendwer, keine Nummer, kein Gesicht

Tut, was ihr nicht lassen könnt, doch macht es bitte ohne mich!

Ohne mich!

 

Ich leb mein ganzes Leben mit Höchstgeschwindigkeit

Für Endlosdiskussionen hab ich keine Zeit

Und wenn ihr hier nicht klarkommt, dann lasst mich bitte raus

Ihr lebt nur mit dem Kopf, doch ich hab auch einen Bauch

Ich habe euren Gurus nie Respekt gezollt

Ist mir total egal, macht doch was ihr wollt

Ohne mich!

Ohne mich!

 

(Musik: Purple Schulz / Text: Purple Schulz)


Der Wal

Der große Geist steigt aus den Fluten

von allen Seiten eingekreist

Ein leises Zischen in der Luft

Die Spitze bohrt sich in das Fleisch

 

Der Körper hebt sich aus dem Wasser

erst Kopf, dann Rumpf, dann taucht er ab

Bald muß er hoch, um Luft zu holen

Er fühlt sich tausend Tonnen schwer

und schrecklich müde und so matt

 

Das Blut von innen ausgeblasen

wie roter Nebel auf dem Meer

Die Kiefer schlagen aufeinander

als ob er brüllt: Ich kann nicht mehr!

Schon viel zu schwach um abzutauchen

so schwimmt er schließlich nur im Kreis

Erbricht den Tintenfisch in großen Stücken

und wälzt sich langsam hin und her

weil er nicht mehr weiter weiß

 

Der sanfte Riese liegt im Sterben

Das Blut versiegt und bald darauf

legt er sich langsam auf die Seite

und eine Flosse zeigt hinauf

Ich gäb was drum, wenn ich es wüsste

wenn ich bloß wüsste, was du spürst

Wir haben uns noch nie gesehen

und doch weiß ich, was du mit deinem Schmerz

und deinem Tod in mir berührst

 

(Text & Musik: Purple Schulz)


Durch Ruinen

Meine Kindheit liegt in Trümmern

und die Trümmer qualmen vor sich hin

Kann mich an gar nichts mehr erinnern

Weiß nicht, wo ich herkomm

noch nicht mal, wo ich bin

 

Und ich laufe durch Ruinen, ohne Plan, ohne Ziel

ohne Anfang, ohne Ende, Laufe, weil ich leben will

 

Abgenabelt, angekabelt

Weder losgelöst, noch schwerelos

Mama, Papa, die Familie

kenn ich nur aus verlogenen Fernsehshows

 

Und ich laufe durch Ruinen, ohne Plan, ohne Ziel

ohne Anfang, ohne Ende, Laufe, weil ich leben will

 

Schau in den Spiegel, such mein Gesicht

Seh alles andere, nur nicht mich

Lauf durch die Gänge, steh vor hundert Türen

die mich nur in hundert andere Gänge führen

Im Labyrinth meiner Begierden

kann ich mich Nacht für Nacht verlieren

In meinen Träumen, meiner Phantasie

da spür ich nichts von meiner Amnesie

 

Und ich laufe durch Ruinen, ohne Plan, ohne Ziel

ohne Anfang, ohne Ende, Laufe, weil ich leben will

 

(Text & Musik: Purple Schulz)


Halt mich fest

Die Tage werden kürzer und die Zeit läuft mir davon

Ich zähl schon die Sekunden, die ich nie zurückbekomm

Und die einsamen Nächte,. wo absolut nichts läuft

Wo selbst die große Liebe sich hemmungslos besäuft

Wo mittlerweile jede große Illusion

geplatzt ist wie ein ganz normaler Luftballon

 

Komm und halt mich fest

Ich will da nicht hinunterfallen…

 

Die Herzen sind noch härter als Marmor, Stein und Stahl

Die, die noch schlagen, schlägt man wie die Wälder alle kahl

Wir machten unsere Schwäche mal zu unserer Kraft

und dachten jahrelang so hätten wir´s geschafft

Doch jetzt fühl ich mich wehrlos, mit dem Rücken an der Wand

Alles, was ich brauche, ist nur Deine Hand

 

Komm und halt mich fest

Ich will da nicht hinunterfallen…

 

(Text & Musik: Purple Schulz)


Wohin willst du gehen?

Du liebst es bunt, du liebst es grell

Du liebst es laut, du liebst es schnell

Und jede Überflüssigkeit wird von dir geliked

Hokuspokus drei zwei eins 

Ein Klick und schon ist alles deins

Schnell bestellt, wenn’s nicht gefällt, geht der Scheiß retour

 

Wohin willst du gehen

wenn du glaubst, du hast alles schon gesehen

Wohin willst du gehen

oder willst du dich nur um dich selber drehen

 

Vom Photoshopping so geschlaucht

hast 20 Anläufe gebraucht

für ein Lächeln das perfekt passt in deine Welt

Sogar dein Frühstück ist gestylt

Es wird verfolgt, es wird geteilt

Du überlegst den ganzen Tag was anderen gefällt

 

Wohin willst du gehen

wenn du glaubst, du hast alles schon gesehen

Wohin willst du gehen

oder willst du dich nur um dich selber drehen

 

Du fühlst dich wie ein Superstar

doch du bist nur dein Avatar

oder’n Kind, das sich total im Netz verheddert hat

 

Wohin willst du gehen

wenn du glaubst, du hast alles schon gesehen

Wohin willst du gehen

oder willst du dich nur um dich selber drehen

Wohin willst du gehen

(Text: Purple & Eri Schulz / Musik: Markus Wienstroer)


In dieser Nacht

Ich fahre völlig planlos durch die Straßen dieser Stadt

'ne Million verlassener Seelen und der Regen fällt herab

und die Scheibenwischer quälen sich von links nach rechts

und immer hin und her

Frag mich nicht, was ich hier will, was ich hier suche, ich such nichts

Ich hab's zu Haus nicht ausgehalten, weil die Wände immer näher rückten

mich bedrückten… so, dass ich fast dachte

Ich ersticke hier

in dieser Nacht…

 

Da vorne in dem Hauseingang lallt einer vor sich hin

und Zwei, die Langeweile haben, leeren über ihm 

'nen Benzinkanister aus und sie schmeißen noch'n 

Streichholz hinterher

Und irgendwo im Krankenhaus wird gerade ein Kind geboren

und zwei, drei Straßen weiter hat 'ne Mutter eins verloren

Der Krankenwagen steht noch da, doch das Blaulicht 

brauchen die nicht mehr

in dieser Nacht…

 

Ich fühle mich wie ausgekotzt und innerlich so kalt

Ich fühl mich schwach und hundemüd’, wie tausend Jahre alt

Ich fühl mich wie der Köter, der da um die Ecke schleicht

und niemals bellt

Ich würd so gerne aufstehen, doch heut' Nacht fehlt mir Kraft

und ich fang an vor Wut zu heulen

Denk, jetzt haben sie auch mich geschafft

Doch mich kriegt ihr nicht kaputt

Ich bin noch lang nicht fertig mit der Welt

In dieser Nacht …

 

(Text & Musik: Purple Schulz)


Ich seh was du siehst

(Text: Purple Schulz & Ben Schulz / Musik: Markus Wienstroer, Purple Schulz)

Auf der Welt vor deinen Füßen
Stand ich dir im Weg
Wir hatten beide keinen Plan,
Noch nicht mal ’ne Idee
Jetzt stehst du vor mir wie geschrieben
Wie ein offenes Buch
’ne Nacht zu lange hiergeblieben
’nen Tag zu lang für ’nen Besuch

Und ich steck zwischen deinen Zeilen
In der Welt, wie du sie liest
Ich werd hier noch ‘n bisschen bleiben

Um zu sehen, was du siehst
Wenn du die Stadt in Farben tauchst
Ich seh, was du siehst
Wenn du aus Trümmern Schlösser baust
Ich seh, was du siehst
Und mit jeder deiner Seiten
Folg ich dir

Ich häng an deinen Worten
Wie ein Kapitelakrobat
Über Schwarz auf Weiss
Und in dem was du nicht sagst
Alle vorgelebten Bilder
Passen nicht in deinen Rahmen
Deine Welt trägt einen Filter
Den die anderen nicht haben

Und ich steck zwischen deinen Zeilen
In der Welt, wie du sie liest
Ich werd hier noch ‘n bisschen bleiben

Um zu sehen, was du siehst
Wenn du die Stadt in Farben tauchst
Ich seh, was du siehst
Wenn du aus Trümmern Schlösser baust
Ich seh, was du siehst
Und mit jeder deiner Seiten
Folg ich dir


Jetzt gibt's was auf die Ohren!

Die Musikschätze aus meiner Sendung „Songpoeten“ (WDR4) findet ihr ab sofort bei Spotify, Deezer, Apple Music und Amazon Music. Ich freue mich, wenn ihr dort den einen oder anderen Musikschatz für euch entdeckt. Hier geht’s zu den Playlists:

          

 

Und Amazon Music? Leider bietet Amazon Music keine Gesamtübersicht an, daher findest du hier die einzelnen Links: